Emotionales Essen: Der häufigste Grund für Übergewicht und was du dagegen tun kannst

Was ist deiner Meinung nach die häufigste Ursache für Übergewicht?

Wenn deine ersten Gedanken etwas mit einem kaputten Stoffwechsel, der genetischen Veranlagung oder mangelnder Disziplin zu tun haben, dann geht es dir wie den meisten Menschen.

Meine langjährige Erfahrung als Coach, mit Spezialisierung auf Übergewicht, hat etwas anderes gezeigt.

Diese aus meiner Tätigkeit entstandenen Erkenntnisse über die häufigste Ursache für Übergewicht, möchte ich in diesem Artikel mit dir teilen.

Denn sobald du einmal den wahren Grund für dein Essverhalten verstanden hast, wird es dir so viel leichter fallen abzunehmen.

Essen und die Psychologie - Wie entstehen Übergewicht und negative Essgewohnheiten?

Essen ist leider nicht für jeden von uns reine Nahrungsaufnahme. Bei vielen Menschen erfüllt Essen noch einen weiteren Zweck.

Bereits im Kindesalter entwickeln wir Menschen Strategien, die dazu dienen, uns in schwierigen Situationen besser zurechtzufinden. Diese Strategien wenden wir dann so oft an, bis sie sich fest in unserem Nervensystem verankert haben.

Vielleicht hast du schon als Kind gelernt, dass Essen dir besonders gut hilft, wenn du traurig bist, oder dass es dich beruhigt, wenn du unter Druck stehst.

Vielleicht hat es dir aber auch ein Gefühl von Geborgenheit gegeben, wenn du einsam warst oder dich beschäftigt, wenn dir langweilig war.

Vielleicht haben dich deine Eltern auch immer mit Essen belohnt, wenn du etwas besonders gut gemacht hast. Dadurch kann es sein, dass sich das Essen positiv bei dir verankert hat und weiterhin der Belohnung dient, oder sogar mit dem Gefühl von Liebe gleichgesetzt wird.

Oft kommen auch gleich mehrere Faktoren auf einmal zusammen.

Letztendlich kennst du dich selbst am besten und kannst diese Dinge für dich einmal hinterfragen. Gerne können wir auch bei einem kostenlosen Beratungsgespräch über deine Situation sprechen und die wahren Ursachen gemeinsam ergründen.

Durch diese erlernten und häufig wiederholten Strategien entwickeln sich Gewohnheiten. Die Entstehung einer Gewohnheit kannst du dir wie bei einem Fluss vorstellen, der sich einen Pfad durch Sandstein bahnt. Je mehr Wasser fließt, desto tiefer wird die Prägung.

Je öfter du also aus emotionalen Gründen zum Essen greifst, desto tiefer wird die Prägung in deinem Gehirn.

Das „Problem“ an Gewohnheiten ist, dass sie unterbewusst ablaufen. Aus diesem Grund hinterfragst du diese in der Kindheit erlernten Strategien, in den meisten Fällen nie wieder. dir ist gar nicht bewusst, dass du gar nicht aus Hunger isst, sondern dich gerade nach etwas ganz anderem sehnst.

In der Zusammenarbeit mit meinen Klienten erlebe ich es immer wieder, dass Menschen, die an Übergewicht leiden denken, sie seien undiszipliniert oder willensschwach und können deshalb nicht abnehmen.

Diese selbstabwertende Denkweise entsteht, weil sie noch nicht erkannt haben, dass sie nicht nur auf das leckere Essen verzichten müssen, sondern auch auf die Zusatzfunktion und somit auf das Ventil ihrer Emotionen.

Deshalb entwickeln wir gemeinsam in den Coachings völlig neue Verhaltensweisen, um neue Ventile zu schaffen und bessere Methoden, mit den Emotionen umzugehen.

Schlanke Menschen müssen sich beim Essen auch manchmal zusammenreißen. Aber ihnen fällt das nicht so schwer wie jemanden der aus emotionalen Gründen isst, weil sie nur auf das Essen verzichten müssen und nicht noch auf die dahinter versteckten Zusatzfunktionen.

Gibt es Lebensbereiche, in denen du besonders diszipliniert bist?

Ich frage meine Klienten dann immer, ob ihnen nicht Lebensbereiche einfallen, in denen sie disziplinierter sind als andere Menschen in ihrem Umfeld.

Wie sieht es bei dir aus? Fällt dir dazu etwas ein? Das ist gar nicht so einfach, weil wir oftmals für unsere eigenen Stärken blind sind, schließlich fällt es uns ja leicht.

Der Fisch sieht das Wasser nicht, in dem er elegant schwimmen kann, und atmet, aber was wäre, wenn wir das versuchen würden?

Frage deshalb auch gerne mal andere, wie sie dich sehen, oder sprich mit mir darüber und wir finden deine Stärken gemeinsam.

Ein paar Beispiele aus der Praxis will ich dir noch mitgeben, die dir hoffentlich helfen, in die richtige Richtung zu denken.

„Vielleicht bist du Gelegenheitsraucher und kannst nicht nachvollziehen, wie jemand morgens als erstes eine Zigarette rauchen muss.“

Vielleicht kannst du auch die Menschen nicht verstehen, die ständig an ihren Handys sein müssen oder Computerspiele spielen, usw.

Vielleicht fällt es dir auch leichter als einem Kollegen, einmal auf das Feierabendbier zu verzichten.
Obwohl du vielleicht auch gerne einmal eine Zigarette rauchst, auf dein Handy schaust, oder ein Feierabendbier trinkst, benötigst du in diesen Fällen viel weniger Disziplin, um diesen Impulsen nicht nachzugehen, als beim Essen.

Der Grund, warum es dir in diesen Situationen leichter fällt, ist, dass diese Dinge eben nicht mit für dich wichtigen Zusatzfunktionen verknüpft sind. So wie bei einer natürlich schlanken Person das Essen nicht emotional verknüpft ist.

Fakt ist, dass du nicht einfach undiszipliniert oder willensschwach bist!

Eine Studie von Roy Baumeister hat gezeigt, dass wir Menschen pro Tag zwischen drei und vier Stunden damit verbringen, Versuchungen zu widerstehen.

In dieser, von Roy Baumeister durchgeführten Beeper-Untersuchung, wurde das Bedürfnis, etwas zu essen, von den Testpersonen am häufigsten genannt. Gleich darauf folgten: das Bedürfnis, zu schlafen, der Wunsch, die Arbeit liegen zu lassen, sexuelle Bedürfnisse und das Verlangen, E-Mails oder soziale Netzwerke aufzurufen. Aber auch den Wünschen Musik zu hören oder fernzusehen, wurde mehrmals am Tag nicht nachgegangen.

An deiner Disziplin und Willensstärke liegt es also nicht. Betrachten wir also gemeinsam, was du jetzt tun kannst, um das emotionale Essen in den Griff zu bekommen.

Emotionales essen stoppen und langfristig abnehmen

Vielleicht beginne ich erst einmal damit, was du nicht tun solltest:

Du solltest nicht versuchen dein Gewichtsproblem durch reine Willenskraft und Disziplin zu lösen! 

Denn das wirst du aufgrund deiner emotionalen Verknüpfungen mit dem Essen nie lange aushalten und aus diesem Grund immer wieder Scheitern. Das Scheitern führt dann dazu, dass du dich selbst verurteilst und den Glauben an dich verlierst. Das solltest du auf keinen Fall zulassen!

Ganz im Gegenteil: Du solltest damit beginnen, dein Essverhalten sogar zu würdigen. Denn Essen hat dir schon sehr oft geholfen, deine Gefühlslage zu verbessern. Also verteufele weder das Essen noch dein Verhalten.

Zu der Zeit, als du dieses Verhalten gelernt hast, konntest du noch nicht wissen, welche Auswirkungen das irgendwann einmal auf dein Leben haben wird. In dem Moment bist du einfach davon ausgegangen, dass dieses Verhalten das Einzige ist, das dir hilft, um mit deinen Emotionen umzugehen. Daraus sind dann die bereits erwähnten Gewohnheiten entstanden, die seither unterbewusst ablaufen.

Könntest du diesem Kind

böse sein?

Heute bist du jedoch erwachsen und beschäftigst dich erneut mit dieser Thematik.

Allein, dass du diesen Artikel liest, bedeutet, dass du bereits angefangen hast, deine Gewohnheiten zu hinterfragen. Du bist also bereits auf dem besten Weg und erfolgreich den ersten Schritt gegangen!

Lass uns jetzt den zweiten Schritt gehen: Jetzt ist es an der Zeit, den Kern deines Verhaltens anzugehen. Dazu wollen wir diese negativen Gewohnheiten durchbrechen und dir bewusst machen, dass es immer auch andere Möglichkeiten gibt, mit Emotionen umzugehen.

Dazu ist es wichtig herauszufinden, was das Essen für dich persönlich bedeutet. Welche Zusatzfunktion das Essen in deinem Leben erfüllt.

Bist du ein emotionaler Esser - mache jetzt den Test und finde heraus, warum du wirklich isst!

Um herauszufinden, welche Gefühle du mit dem Essen ausgleichst, hilft es, ein Ernährungstagebuch zu führen. In diesem Tagebuch solltest du nicht nur notieren, was du isst, sondern auch, wie es dir in diesem Moment geht.

Allein dieses Aufschreiben kann schon eine große Veränderung bewirken, weil es oftmals das erste Mal im Leben ist, dass wir uns dessen überhaupt bewusst werden. Wir holen also diese Gewohnheiten und Entscheidungsprozesse aus unserem Unterbewusstsein, wo sie jahrelang versteckt gelegen haben, und machen sie sichtbar.

Gerne kannst du dich hier eintragen und ich schicke dir eine kostenlose Vorlage für ein Ernährungstagebuch per E-Mail zu.

Zusätzlich habe ich auch einen Selbsttest für dich erstellt, der dir hilft, mehr über dich und deine Essgewohnheiten zu erfahren:

Finde neue Wege, mit deinen Emotionen umzugehen

Sobald du einmal verstanden hast, was du mit deinem Essverhalten beabsichtigst, ist es an der Zeit, neue Verhaltensweisen zu entwickeln, um mit deinen Gefühlen in Zukunft anders umgehen zu können.

Denn es gibt immer mehrere Methoden, um das selbe Ergebnis zu erzielen. Du kannst jemanden anschreien, und wirst meist gehört, du kannst aber auch ganz leise flüstern, so dass der andere meist ganz automatisch genauer hinhört. Sehr gegensätzlich, aber das Ergebnis bleibt das selbe.

Wichtig ist, dass du die für dich passende Methode findest, um mit deinen (negativen) Gefühlen besser umzugehen.

Fakt ist leider auch, dass die negativen Gefühle genauso zum Leben dazu gehören wie die positiven. Ich sage da immer gerne: "Es kann nicht immer nur die Sonne scheinen, aber wir können lernen, im Regen zu tanzen".

In meinen Coachings gehe ich die Thematik immer von zwei Seiten an. Zum einen ergründe ich mit meinen Klienten, woher die negativen Emotionen in ihrem Leben kommen und was sie tun können, um diese grundsätzlich zu reduzieren. Zum anderen lernen sie neue Strategien kennen, mit ihren Emotionen umzugehen.

Wenn du dazu neigst, immer in besonders stressigen Situationen zu essen, frage dich, wie du den Stress auf andere Weise reduzieren kannst.

Du könntest einerseits versuchen die Zeit besser zu planen, weniger Aufgaben aufzuschieben, vielleicht auch einfach mal „Nein“ zu sagen. Du kannst andererseits aber auch Alternativen zur Stressbewältigung suchen, wie mehr Schlaf, Sport, Atemübungen, Meditation, Singen, Tanzen etc... Die Möglichkeiten sind unendlich.

Das sind natürlich nur Beispiele. Wichtig ist, dass du offen bist und Zugang zu deiner Kreativität findest.

Damit du direkt ins Handeln kommst: Nimm dir ein Blatt Papier und einen Stift und schreibe einmal alle Dinge auf, die dir einfallen, was du anstelle des Essens machen könntest.

Davon suchst du dir dann eine Möglichkeit aus und probierst diese mindestens 3 Wochen lang anstelle des Essens aus. Versuche nicht zu viel auf einmal oder gleich dein ganzes Leben über den Haufen zu werfen. Schritt für Schritt, hin zu deinem persönlichen Wohlfühlgewicht und neuen Lifestyle.

Warum drei Wochen? Weil ein psychologisches Gesetz besagt, dass es mindestens drei Wochen benötigt, um neue Gewohnheiten zu installieren. Und sobald dann neues Verhalten eine Gewohnheit ist, wird es dir deutlich leichter fallen, in diesen Momenten auf das Essen zu verzichten.

Fazit

Emotionales Essen ist der Grund dafür, dass dir Abnehmen so schwer fällt. Du bist weder faul noch undiszipliniert, sondern hast einfach noch keine andere Möglichkeit kennengelernt um mit deinen Emotionen umzugehen. Deshalb empfehle ich dir das Ernährungstagebuch und den Selbsttest zu nutzen, um die wahre Ursache für dein Essverhalten zu ergründen. Sobald du weißt was du mit deinem Essverhalten eigentlich bezwecken willst, kannst du neue und gesündere Methoden ausprobieren um mit deinen Gefühlen umzugehen.

Wenn du spürst, dass du in diesem Prozess Unterstützung benötigst, melde dich jederzeit gerne bei mir, ich biete ein kostenloses Beratungsgespräch an. 

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Zusätzliche Inspiration und Motivation rund um das Thema, findest auch auf meinem kostenlosen Podcast LIFESTYLE SCHLANK und auch bei Instagram.


Deine Julia 💕

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